Test - Uwe Mardas' "Divestick"

Divestick

Der Divestick ist ein 33cm langer und 0,8 cm dicker, multi-funktionaler Aluminum-Stab. Man verwendet ihn primär zum Zeigen oder als 'tank-banger', kann aber auch zum Abstützen auf geeignetem Untergrund (z.B. Felsen) als quasi-monopod (Einbeinstativ) oder als Vergleichsmassstab auf Fotos dienen. 


Montage

Am 'vorderen' Ende ist der Divestick abgerundet. Am hinteren Ende befindet sich eine Bohrung für die Handschlaufe. Die Grösse der Handschlaufe kann mit einem nicht-rostenden und robusten Kunststoff-clip angepasst werden. Reinschlüpfen. Fertig. Das war's auch schon zum Thema Montage.


Funktionalität

Da ist die Feuerkoralle! - Wo? Na da! Er zeigt mit dem Finger und die nächste Wellenströmung drückt ihn die fehlenden Zentimeter gegen das Riff. -- Das muss nicht sein. Mit dem Divestick kann man sicheren Abstand zu allen Objekten halten und trotzdem 'nahe rangehen'. Als verlängerter Finger zum Zeigen mit gebührendem Abstand vom Objekt unschlagbar!

Da ist der Hai! -- Warum schaut bloss mein Tauchpartner gerade ins Riff? Er angelt umständlich nach dem Tank-Banger, inzwischen ist der Fisch weg. -- Auch das muss nicht sein! Der Divestick am Handgelenk macht es ein leichtes nach hinten auf den Tank zu 'bangen'. Kein Gefummel nach hinten, kein Getröte von Taucher-Alarmen. Klasse Lösung! Einzig bei den immer stärker verbreiteten 'Flaschen-Überziehern' (Taucherflaschenschutznetze) kommt wenig Klang vom Tank-gebänge, aber das wäre bei einem traditionellen Tank-Banger nicht anders.

Da haben wir eine Seewalze, gesehen, die war mindestens 2 Meter lang! Hat er sogar fotografiert, allerdings ohne irgendeinen sicheren Vergleichsmassstab. -- Und auch das muss nicht sein! Einfach den Divestick neben das stationäre Objekt gehalten oder gelegt räumt jeden Zweifel aus. Kein Taucherlatein mehr bei den Grössen.

Da auf dem Stein ist die Nacktschnecke, deren Büschel im Makro mit einer kleinen Kompakt-Digicam verewigt werden sollen. Er lupft die Kamera und kämpft mit der Wellenbewegung im Flachwasserbereich. -- Das muss ebenso nicht mehr sein! Den Divestick fest in die linke Hand und damit am Fels aufstützen. Die Digicam auf dieses mobile 'Einbein-Stativ' gehalten und schon geht's! Zugegeben, nicht so standfest wie ein echter Monopode an Land, aber ein nettes Helferlein!

Da sind die Mantas! Die Strömung pfeift aber ordentlich in dem Kanal. Er pfeift mit der Strömung und verliert nach wenigen Minuten die Mantas aus den Augen. -- Das muss erst recht nicht sein! Auf geeignetem(!) Untergrund - und nur dort - kann der Divestick als passabler Ersatz für einen Strömungshaken dienen.


Fazit

Für umsichtige Taucher kann der Divestick ein nützlicher Helfer sein. Allerdings stellt er für Tauchgenossen, die jeden Stein umdrehen und alles 'begreifen' wollen eine echte Gefahr dar -- oder vielmehr die Genossen mit dem Divestick stellen die Gefahr dar. Meinen Divestick würde ich nicht mehr hergeben wollen.




Folgetest - Uwe Mardas' "Divestick Advanced"

Im August 2006 wurde die "Version 2" des Divestick fertiggestellt und prompt getestet. Wesentliche Neuerungen im Vergleich zur oben beschriebenen "Version 1" sind eine eingravierte Zentimeter-Massskala und die neue Shaker-funktion. Der neue Divestick ist hohl und wie ein klassischer Shaker mit kleinen Bleikugeln gefüllt. Der Hohlraum wird durch eine O-ringgesichertes Gewinde verschlossen. Das Design erweitert damit den Funktionsumfang deutlich.

Funktionalität

Der Praxistest würde bei einem Süsswassertauchgang - also mit Kopfhaube, Handschuhen etc. - durchgeführt. Bei diesen erschwerten Bedingungen im Vergleich zum tropischen Shorty-Tauchgang offenbaren die zwei neuen Funktionen leider noch Verbesserungsbereiche.

Die Shaker-Funktion ist unter der Kopfhaube praktisch nicht zu hören. Zu kleine Shaker-Kugeln sowie die ungünstigen Klangeigenschaften des weichen Aluminums verhindern eine effektive Schalldruckgenerierung. Was für einen Tropentauchgang mit aufmerksamen Partner ausreichend sein mag, ist für ungünstigere Bedingungen oder gar Notfälle nicht ausreichend. Nichtsdestotrotz kann der Divestick natürlich weiterhin als Tank-Banger-Ersatz verwendet werden.

Die im Prototypen eingravierte Massskala ist nicht umlaufend durchgezogen, sondern 'nur' auf zwei Seiten des Divesticks aufgebracht. Damit muss man den Divestick auf Photos immer erst 'in Lage' drehen, um die Skala optimal sichtbar zu machen.

Fazit

Der neue "Divestick Advanced" (Prototyp) bietet interessante Neuerungen, die allerdings für die Kleinserie überarbeitet werden sollten. Grössere Shakerkugeln und eine umlaufende Masseinteilung sollten die erste Kleinserie noch besser machen.

(Stand 2006)
Divestick entwickelt von Uwe Mardas - Grössenvergleich mit einem Strudelwurm
Divestick entwickelt von Uwe Mardas - Grössenvergleich mit einer Seewalze
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